Letzter Platz für Deutschland beim Eurovision Song Contest? Kein Problem für den Moderator Thomas Hermanns, denn der hat nach der bisher herbsten Niederlage während seiner dreijährigen "Amtszeit" keine Lust mehr auf den Moderatorenjob beim NDR.
Seinen Handtuchwurf kommentierte er mit den Worten: "Ich will ja kein Masochist werden". Hermanns spielt dabei auf die konstant durchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Platzierungen der deutschen Interpreten beim europäischen Musikwettbewerb an.
Aber auch bei der ARD sind die Gemüter erhitzt und die Köpfe qualmen. Ein neuer Ansatz soll her für den deutschen Vorentscheid. Eine Analyse des Contests am kommenden Mittwoch und Donnerstag soll laut Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber neue Erkenntnisse bringen. Das neue Konzept erlaubt "keine Denkverbote", denn schließlich wolle man gewinnen.
Hermanns will durch seinen Rücktritt der Weiterentwicklung des Formats nicht im Wege stehen. Mit seinem "Engagement, seinem Rat und der Leidenschaft, mit der er sich in die Sendung" einbrachte, sei er laut NDR-Programmdirektor Volker Herres die "ideale Besetzung" gewesen.
Ein mögliches neues Konzept könnte an das des schwedischen Staatssenders STV angelehnt sein. Dort kann jeder teilnehmen, der Staatsbürger ist oder seinen Wohnsitz im Land hat. 30 der eingereichten Bewerberlieder, bei denen es sich um Neukompositionen handeln muss, werden von Musikverlagen selektiert aus denen der TV-Sender erneut die Besten auswählt. Der entgültige Sieger wird schlussendlich in der Fernsehshow durch die Zuschauer und eine Fachjury bestimmt.
In Deutschland war für die Kandidatenauswahl bisher der NDR zuständig. Die Entscheidung trafen die Zuschauer per Telefon.
Thomas Hermanns mit einem Augenzwinkern über die deutschen Chancen bei zükünftigen Contests:
„Wahrscheinlich müssten wir Tokio Hotel hinschicken und beim Vorentscheid nur auswählen lassen, welchen Song sie singen sollen“. Die größte Herausforderung der kommenden Jahre sei, so Hermanns, die Frage, ob man künftig den Geschmack des eigenen Landes oder den möglichst vieler Teilnehmerländer treffen wolle.
Genug Castingshows hätten wir schon und an Fachjurys mangelt es uns auch nicht...

